Historie

„Wie war das eigentlich damals, als der Musikverein gegründet wurde? War der Verein schon immer so groß wie heute? Und seit wann gibt es ihn überhaupt?“ Viele der aktiven Musiker gehen in einer der Kapellen unseres Vereins ihrer musikalischen Interessen nach und wissen eigentlich gar nichts oder kaum etwas über die Geschichte ihres Vereins. Im Folgenden hat das Allegro-Team einen kurzen, aber informativen Überblick über die Vereinschronik zusammengestellt:

Musik hatte in Hettstadt schon immer Tradition. Einen richtigen Musikverein hat der Ort aber erst seit 1978. Was nur wenige wissen, der Verein wurde auf Bürgerinitiative mit Unterstützung des damaligen Bürgermeisters und jetzigen Landrat Waldemar Zorn ins Leben gerufen und zwar unter dem offiziellen Namen „Verein Freunde der Musik Hettstadt 1978 e.V.“ Unser heutiges Ehrenmitglied Willi Gehr fungierte gleichzeitig als 1. Vorstand und Dirigent. 2. Vorstand war Waldemar Zorn. Bereits unmittelbar nach der Gründung begannen 55 Kinder und Jugendliche mit dem Erlernen eines Instruments. Auswärtige Musiklehrer kamen nach Hettstadt und gaben Unterricht in Querflöte, Klarinette, Trompete, Flügelhorn, Saxophon, Posaune, Bass, Bariton, Schlagzeug, Gitarre und Akkordeon. Neben der neu gegründeten Jugendblaskapelle gab es außerdem noch eine Gitarren – sowie eine Akkordeongruppe.
MVH1978_MaibaumaufstellungSchon ein Jahr nach der Gründung dieser drei Kapellen bekamen alle Musiker eine einheitliche Kleidung, bestehend aus schwarzer Hose, weißem Hemd, roter Weste und schwarzer Schleife. Bis auf die schwarze Schleife ist diese Kleiderordnung heute noch üblich. Allerdings hatten die Musikerinnen damals wie ihre männlichen Kollegen eine Tracht zu tragen und nicht wie heute ein Dirndl.

Allmählich wurde die Jugendblaskapelle das Aushängeschild des Vereins und absolvierte Konzerte, Frühschoppen, Festzüge, Prozessionen, Turmblasen sowie diverse andere Auftritte. Jedes Jahr nahm die Kapelle auch an Wertungsspielen teil. Von Jahr zu Jahr nahm der Erfolg zu, so dass die Musiker 1988 auf dem Wertungsspiel in Poppenlauer in der Mittelstufe einen 1. Rang mit Belobigung erreichten, ihre bis dato höchste Auszeichnung.

1983 fand mit dem 19. Unterfränkischen Jugendblaskapellentreffen erstmals ein regionales musikalisches Großereignis in Hettstadt statt.JBK-Treffen1983-Hettstadt
Zu dieser Zeit nahmen auch einige Musiker am Musiker-Leistungsabzeichen D1 (Bronze) und D2 (Silber) erfolgreich teil, was den musikalischen Aufschwung der Jugendblaskapelle deutlich macht. Auch damals unternahmen die Musiker der Jugendblaskapelle bereits Fahrten in Freizeitparks und Auslandsfahrten (Schweiz, Österreich, Frankreich).
Willi Gehr wurde 1984 vom Nordbayerischen Musikbund für seine Verdienste um die deutsche Volksmusik mit dem Bundesehrenzeichen in Silber ausgezeichnet und die Jugendblaskapelle bekam die goldene Medaille am weißblauen Band (Pro-Musica-Plakette) stellvertretend für 130 Jahre musikalisches Wirken in Hettstadt vom damaligen Bundespräsidenten Karl Carstens überreicht.

Da sich die Besetzung des damalige Stammorchester des Vereins aus privaten und beruflichen Gründen jedoch immer mehr verkleinerte wurde im Jahr 1985 nach einer längeren Pause wieder eine etwas größer angelegte Nachwuchsaktion gestartet. So machte sich Willi Gehr daran alle Kinder der 3.-5. Klasse persönlich aufzusuchen und aktiv Nachwuchswerbung zu betreiben. Die Früchte der damaligen Aktionen können sie heute zum Teil auf der Bühne der Hettstadter Musikanten wieder finden. Auch unsere beiden jetzigen Dirigenten begannen 1985 mit dem musizieren im Verein Freunde der Musik Hettstadt und vielleicht ist es ja gerade die Tatsache, dass es sich bei Thomas Nees und Jürgen Reinhart quasi um „Eigengewächse“ handelt, die den Verein heute in voller Blühte erscheinen läßt.
So sollte auch der Wunsch von Ida und Willi Gehr zum 10-jährigen Jubiläum in Erfüllung gegangen sein, „dass sich immer wieder Idealisten finden, die die Jugend zum gemeinsamen Musizieren motivieren können, die die Belange des Vereins zu vertreten wissen und dafür sorge tragen, dass Musik in Hettstadt weiterlebt!“

Im Frühjahr 1986 wurde neben dem bisherigen Dirigenten Willi Gehr mit Udo Schneider ein weiterer Dirigent engagiert.
1987 bekam die Jugendblaskapelle eine neue Tracht, und diesmal eine echt fränkische. Die Jungs traten von da an in Trachtenstümpfen, Lederhose, weißem Hemd, roter Tracht, Trachtenjacke und Dreispitz, die Mädchen in schmuckem fränkischen Dirndl auf, so wie es auch heute noch der Fall ist.
1988 feierte der Verein sein 10-Jähriges Bestehen mit einem großen Fest. Aus diesem Anlass wurde Willi Gehr für 10 Jahre Dirigententätigkeit mit der Dirigentennadel in Bronze und seine Frau Ida Gehr für ihr langjähriges Engagement im Verein vom Nordbayerischen Musikbund mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet.
TommyIn den folgenden Jahren setzte die Nachwuchswelle dann etwas aus. Willi Gehr trat aus Altersgründen von seinem Dirigentenamt zurück und 1994 kehrte auch Udo Schneider aus beruflichen Gründen dem Verein den Rücken. Ihre Nachfolge traten Thomas Nees und Jürgen Reinhart an.
Thomas Nees leitete die neu gegründeten Hettstadter Musikanten, die 1993 aus den noch verbliebenen Musikern der damaligen Jugendblaskapelle und dem einstigen Nachwuchs entstanden waren.

Die Hettstadter Musikanten spielten nicht nur Frühschoppen, Konzerte oder Festzüge, sondern auch auf Weinfesten und Federweißen-Abenden, wo sie sich als Stimmungsband im Laufe der Jahre in der Region immer mehr einen Namen machten.
SKJürgen Reinhart gründete am Freitag 10. Mai 1996 mit der ersten Probe die neue Schülerkapelle und übernahm somit die musikalische Leitung des Nachwuchses, der zuvor bereits für erste Auftritte von der damaligen Jugendleiterin, Elisabeth Seelig, formiert worden war.
Es war u.a. die Pfarrgemeinde-Versammlung, an dem die Nachwuchsmusiker das Lied „Selig seid ihr“ zum Besten gaben.

Die neue Schülerkapelle zeigte schon bald ihr Können bei verschiedenen kirchlichen Anlässen, Geburtstagsständchen, dem Adventsmarkt, dem Adventskonzert, der Weihnachtsfeier, der Eröffnung des Wertstoffhofes und beim ersten Kaffee- und Kuchenkonzert.
SKKKKDieses Konzert mit Nachwuchswerbung fand anläßlich des einjährigen Bestehens in der Herzog-Hedan-Halle statt.
Und es konnten, nachdem Stefan Franz, Steffen Schnarr und Jürgen Reinhart musikalisch in der Grundschule für diesen Tag Werbung gemachten hatten, wieder einige Nachwuchsmusiker gewonnen werden.Auch das erste Freizeit- und Probenwochenende in Amorbach mit Abschlusskonzert dürfte wohl noch vielen in guter Erinnerung sein.

Mit der Vergrößerung Hettstadts auf inzwischen über 3000 Einwohner stieg auch die Zahl der Nachwuchsmusiker im Verein, so dass bereits am 4. März 1998, im Jubiläumsjahr (20 Jahre Musikverein mit Kreismusikfest), eine neue Schülerkapelle, bestehend aus jüngeren Nachwuchsmusikern im Alter von etwa 9-12 Jahren, ins Leben gerufen wurde. Die Musiker im Alter von 12-16 Jahren, die bis dahin in der „alten“ Schülerkapelle aktiv gewesen waren, durften von jetzt an in der wieder gegründeten Jugendblaskapelle unter der Leitung von Jürgen Reinhart spielen, so dass Hettstadt seit dieser Zeit wieder eine Jugendblaskapelle und der Verein erstmals seit seiner Gründung drei Kapellen sein eigen nennen durfte.

Diese drei Kapellen steigerten bis heute kontinuierlich ihr Können. Die Hettstadter Musikanten sind heute sogar in Raum Braunschweig oder im Allgäu als Stimmungsband ein Begriff, die Jugendblaskapelle nimmt sehr erfolgreich an Wertungsspielen teil, spielt Konzerte und hatte schon Auftritte in diversen Freizeitparks (u.a. im Disneyland Paris) und im Fernsehen und die Schülerkapelle ist in Hettstadt und Umgebung auch schon ein gern gesehener Gast.
Auch für die etwas älteren Musiker wurde eine Kapelle ins Leben gerufen die Musikkapelle, die sowohl im Bereich traditioneller Blasmusik, sowie auch bei den Konzerten des Vereins unter Leitung von Thomas Nees stets musikalisch zu überzeugen versteht.
Da heute die Einwohnerzahl Hettstadts auf 4000 angewachsen ist, ist es bei guter Jugendarbeit und einem attraktiven Vereinsleben verständlich, dass immer mehr Kinder und Jugendliche ein Instrument erlernen und in einer der Kapellen des Musikvereins spielen wollen. Deshalb setzte in den letzten drei Jahren eine wahre Nachwuchsflut ein, so dass nachdem die JBK und die SK gut besetzt auf an die 50 Musiker gewachsen waren, im Herbst 2003 sogar eine fünfte Kapelle, die „Kleinen Künstler“ gegründet wurde. Dieses neue Orchester Führt Nachwuchsmusikern, die erst kurz ein Instrument spielen, frühzeitig das Musizieren im Orchester heran und bringt durch erste gemeinsame Auftritte die nötige Motivation beim Erlernen eines Instruments.
Im Jahr 2002 wurde mit der Orffgruppe unter der Leitung von Sabine Geis die Elementare Grundausbildung in den Verein integriert.
Hier werden Kinder spielerisch bereits in den ersten beiden! Grundschuljahren mit Musik vertraut gemacht und für den späteren Instrumentalunterricht vorbereitet.

Im Jahr 2004 hat der „Verein Freunde der Musik Hettstadt 1978 e.V.“ mit den Hettstadter Musikanten, der Musikkapelle unter der Leitung von Thomas Nees, der Jugendblaskapelle, der Schülerkapelle (beide unter der Leitung von Jürgen Reinhart), den Kleinen Künstlern (Leitung: Thomas Nees) und den zwei Orffgruppen 7 Kapellen.
Hierbei sind die Hettschter Gassefetzer, die an Fasching auf Prunksitzungen und Faschingszügen für Stimmung sorgen und einzelne Ensembles (Sixpack, Holzwürmer, Hermann & Friends, Trompeten-Trio, ….), in denen die über 170 Musiker spielen noch nicht mitgezählt.
Seit dem Jahr 2000 besitzt der Verein mit „Allegro“ sogar eine eigene Vereinszeitschrift, was nicht viele Musikvereine von sich behaupten können.
Und auch im Internet ist der Verein mit eigenen Homepages für die Hettstadter Musikanten, Sixpack und den Musikverein im ganzen vertreten.

Der Verein beging im September 2003 sein 25-Jähriges Jubiläum, das mit dem Kreismusikfest (fand nach 1998 zum 2. Mal in Hettstadt statt) gebührend und ausgiebig gefeiert wurde und ist mittlerweile mit 170 aktiven Musikern einer der größten und auch bekanntesten in Unterfranken. Jugendförderung steht im Verein an erster Stelle und wird auch in Zukunft dafür sorgen, dass der „Verein Freunde der Musik Hettstadt 1978 e.V.“ in der Region und darüber hinaus den Ort Hettstadt gebührend repräsentieren wird.